Lesen gegen das Vergessen 2026 am 9. Mai: Stimmen der Erinnerung

Auch im Jahr 2026 lädt die Veranstaltung „Lesen gegen das Vergessen“ dazu ein, sich mit historischen und aktuellen Formen von Ausgrenzung, Verfolgung und Widerstand auseinanderzusetzen. In einer eindringlichen Verbindung aus Lesung und Musik unter dem Titel „Junge Menschen erleben den Faschismus“ werden am Veranstaltungstag vielfältige Stimmen hörbar gemacht – persönliche Zeugnisse, literarische Texte und dokumentarische Berichte.

Im Zentrum stehen Texte von Autorinnen und Autoren wie Ruth Werner, Ilse Losa, Hannah Arendt, Ruth Klüger und Hildegard Knef. Ergänzt werden diese durch bewegende Dokumente wie etwa den letzten Brief von Cato Bontjes van Beek, Erinnerungen eines Überlebenden des Massakers von Oradour-sur-Glane sowie aktuelle Stimmen aus dem Buch „Unser Schmerz ist unsere Kraft“, in dem Angehörige von Opfern rechtsextremer Gewalt zu Wort kommen.

Die Auswahl spannt einen Bogen von der Zeit des Nationalsozialismus über Nachkriegserfahrungen bis hin zu gegenwärtigen gesellschaftlichen Herausforderungen. Dabei wird deutlich: Erinnern ist keine rückwärtsgewandte Aufgabe, sondern ein Auftrag für die Gegenwart, heute mehr denn je.

Gelesen werden die Texte von engagierten Bürger*innen und Menschen jeglichen Alters, darunter Mitglieder des Seniorenbeirats, Vertreter*innen zivilgesellschaftlicher Initiativen wie den „Omas gegen Rechts“, Schülerinnen der Anne-Frank-Schule sowie weitere Mitwirkende aus der Stadtgesellschaft. Die Lesenden führen jeweils kurz in die Texte ein und geben ihnen so einen persönlichen Rahmen.

Musikalisch wird die Veranstaltung von dem Musiklehrer an der AFS und Cellisten Felix Janßen-Müller begleitet. Werke von Johann Sebastian Bach, Ernest Bloch, Pau Casals sowie eine zeitgenössische Komposition von Veit Erdmann-Abele strukturieren die Lesung und schaffen Raum für Reflexion und innere Einkehr.

Ein gemeinsames Friedensgebet um 12 Uhr sowie das Glockenläuten setzen einen bewusst gestalteten Moment des Innehaltens innerhalb des Programms.

Die vom Fachbereich Kultur der Stadt Gütersloh bereits zum achten Mal organisierte Veranstaltung versteht sich als offenes Forum des Erinnerns und Gedenkens. Sie möchte nicht nur historische Erfahrungen bewahren, sondern auch zur Auseinandersetzung mit aktuellen Formen von Antisemitismus, Rassismus und gesellschaftlicher Ausgrenzung anregen.

Die Stadtbibliothek begleitet die Veranstaltung mit einem thematischen Büchertisch, der zur weiteren Vertiefung einlädt.

Termin: 9. Mai 2026, 11-13 Uhr, Ort: Martin-Luther-Kirche, Berliner Straße 20, Gütersloh

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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