Jahresausstellung im Gütersloher Standesamt

Ausschreibungsgewinner für die Jahresausstellung 2024/2025 im Standesamt

Der Fotograf H.T. Manfred Zimmermann erhält den Zuschlag für die Ausschreibung der Ausstellung „Kunst im Standesamt“. Als Begründung nennt die Jury, dass sich seine großformatigen Fotografien besonders gut für das Standesamt eigneten. Die ausgewählten Werke zeigen Blumenstillleben, die auf ungewöhnliche, surreale Weise mit dem klassischen Motiv spielen.

Mitte Januar 2024 hat eine Jury, bestehend aus Vertreter*innen des Standesamtes, des Fachbereichs Kultur, der Pressestelle sowie des Kunstvereins Gütersloh, alle eingereichten Werke gesichtet und die Auswahl getroffen. Der Fachbereich Kultur freut sich über die große Resonanz, die die Ausschreibung erzeugt hat. Bis 31. Dezember 2023 konnten sich Künstler*innen aus dem Kreis Gütersloh für die Jahresausstellung im Standesamt in der Kirchstraße 21 bewerben. Über 30 Einsendungen sind eingegangen. Alle teilgenommenen Bewerber*innen können sich selbstverständlich für die Ausstellung im folgenden Jahr bewerben. Die Ausschreibung dazu wird im Herbst 2024 veröffentlicht.

Das Gütersloher Standesamt, in der Kirchstraße 21, ist schon seit langer Zeit ein Ort der jährlich wechselnden Ausstellungen. Gütersloher Künstler*innen zeigen hier ihre Werke. Der neue Ausstellungszeitraum mit H.T. Manfred Zimmermann beginnt ab 25. Mai 2024 zur Langenachtderkunst und geht ein Jahr lang. Weitere Informationen zur Ausstellung und dem Künstler werden demnächst veröffentlicht.

Jahresausstellung 2023/2024

„Kunst aus dem Mikroskop“

Im Standesamt erstrahlen leuchtend farbige und auch ein wenig rätselhafte Bilder: Unter den 20 Bewerbungen, die in diesem Jahr für die Ausstellung im Gütersloher Standesamt eingegangen sind, konnte sich die Jury, auf die ungewöhnlichen Arbeiten des Gütersloher Fotografenmeisters Peter Woitschikowski einigen. Wie immer, war dies keine einfache Wahl, im Standesamt schließen Paare unterschiedlichster Herkunft und religiöser Konfession die Ehe und sollen sich in den Räumen an der Kirchstraße alle gleichermaßen wohlfühlen.

Die Werke von Woitschikowski enthüllen nicht auf den ersten Blick, dass es sich hier um Fotografien handelt. Ihre Bildquellen sind mit bloßem Auge gar nicht sichtbar. Die bunten Farben und Formen darauf entfalten winzige Kristalle, die der Künstler seit über 30 Jahren mittels spezieller Beleuchtung durch ein Mikroskop fotografiert. Im Anschluss gilt es, aus dieser überbordenden Vielfalt der Farben und Formen eine harmonische, ästhetisch ansprechende Bildkomposition zu erstellen. Dies erfordert im schöpferischen Prozess manchmal mehrere Wochen. In den daraus resultierenden abstrakten Bilderwelten, deren Details an Nahaufnahmen von Pfauenfedern, Blütenblättern oder Getreideähren erinnern, kann man sich entweder an den faszinierenden Effekten erfreuen und ihre positive Ausstrahlung auf sich wirken lassen, oder man kann sich beim Betrachten regelrecht meditativ in ihren illusionistischen Tiefenräumen versinken lassen und einen Moment im Alltag innehalten. Beides scheint durchaus passend im Umfeld eines Ortes, an dem Menschen einander das „Ja-Wort“ geben.

Peter Woitschikowski ist 64 Jahre alt, hat eine Ausbildung zum Fotografen in München mit seiner Meisterprüfung in Bielefeld abgeschlossen und ist seither beruflich im Bereich der VR-Fotografie, in der Produktion von 3D und 360 Grad-Filmen sowie von virtuellen Rundgängen tätig.

Motiviert durch seine Leidenschaft für die kreative Mikrofotografie von Kristallen war er Organisator und Initiator des Festivals der Mikro-Makrofotografie 2013 und 2015 in Rheda-Wiedenbrück. In diesem Rahmen konzipierte und realisierte er eine Choreographie für eine Tanzveranstaltung in der Stadthalle Gütersloh, in der zu seinen großformatig projizierten Fotografien getanzt wurde. Peter Woitschikowski erfährt internationale Resonanz auf seine Werke, hält Vorträge und Workshops zur Mikrofotografie. Einige seine Bilder wurden bereits in Zeitschriften wie dem National Geographic Magazin veröffentlicht.

Zur Langenachtderkunst im Mai können sich die Gütersloher Bürgerinnen und Bürger erstmals in seine energievollen Bildräume entführen lassen.

Jahresausstellung 2022/2023

„Positives Licht auf unserer Wirklichkeit“

Nah am Geschehen: Brautpaare können im Trauzimmer im Haus Kirchstraße 21 ihren Blick in den nächsten Monaten direkt auf eine weitere Hochzeitsgesellschaft richten. Die Gemälde hinter dem Trautisch stammen von der in der Nachbarstadt Halle ansässigen Künstlerin Katrin Boidol. Sie ist bei der jährlichen Ausschreibung der interdisziplinären Jury ausgewählt worden, die Reihe „Kunst im Standesamt“ zu bestücken. Die 1952 in Bielefeld geborene Künstlerin malt vornehmlich auf Leinwand, mit Öl- und Acrylfarben.

„Auch in diesem Jahr ist das Standesamt ein weiterer Ausstellungsort für Gütersloher Kunst,“ sagt Fachbereichsleitung Lena Jeckel. „Das Standesamt ist ein Ort, an dem Menschen normalerweise aufgeregt und in freudiger Erwartung eine gemeinsame Zukunft beginnen. Daher hat Katrin Boidol aus ihren Serien Bilder gewählt, die ein positives Licht auf unsere Wirklichkeit werfen, von innen her leuchten und den Räumen eine freundliche Atmosphäre geben. So ist die Ausstellung als eine visuelle Begleitung und Unterstützung der Arbeit des Standesamtes konzipiert.“

Den Kern der Ausstellung bilden zwei Werke mit dem Titel „Hochzeit“. Diese ergänzen sich in ihrer Darstellung und auch Positionierung direkt hinter dem Trautisch. Thematisch spannt Katrin Boidol mit Ihrer Auswahl einen Bogen von Menschendarstellungen über Landschaftsansichten bis zu Naturstudien, aber auch das städtische und alltägliche Leben wird durch Abbildungen des Einkaufens in der Fußgängerzone oder dem Feierabendverkehr gezeigt. „Die Ausstellung betont dadurch nicht nur thematisch die vielfältigen Möglichkeiten des Erlebens und der starken Kooperationen zwischen Institutionen und Kultur,“ so Lena Jeckel weiter.

Jahresausstellung 2021/2022

„Quilt und Bild“ im Trauzimmer

Die in Isselhorst ansässige Künstlerin Birthe Stumpenhausen ist bei der jährlichen Ausschreibung des städtischen Fachbereichs Kultur von der Kölner Kuratorin Birgit Laskowski und der Jury ausgewählt worden, die Räume des Standesamtes an der Kirchstraße 21 temporär bis zum Frühling 2022 für eine Präsentation ihrer Werke zu nutzen. „Quilt und Bild“ titelt aktuell das duale Konzept, das generationsübergreifend die kunstvoll gefertigten Patchwork-Kreationen der verstorbenen Mutter Gisela (1943-2018) sowie die abstrakten Bilder der Tochter Birthe vereint und der Öffentlichkeit zugängig macht.

Die großformatigen Ausschmückungen der beiden kreativen Frauen bieten den Paaren seit Mai einen optimalen Hintergrund für die Hochzeitszeremonie, ebenso für die anschließenden Fotosessions im Ambiente des Trauzimmers. Die Präsentation der Ausstellung hat der Fachbereich Kultur bewusst unter dem Motto „Kultursommer Gütersloh“ – Themenbereich „Kunst überall“ – stattfinden lassen. Das Standesamt bietet so mit seinem hohen Hygiene- und Sicherheitskonzept auch in Zeiten der Pandemie als Corona-konforme Begegnungsmöglichkeiten und übt gleichzeitig eine Galerie-Funktion aus.

„Pinsel, Lappen und Schwämme“, so klassifiziert Birthe Stumpenhausen die Werkzeuge, mit denen sie bei ihren eigenen Bildern durch die Art des Auftrags die leuchtenden Farben inszeniert. Sie trägt aktiv Schicht um Schicht auf, haucht ihren Gemälden „manchmal jahrelang“ spürbare Individualität ein. Mit diesen Worten philosophiert die Künstlerin über ihre Arbeiten, die in ihrem Atelier-Haus im Ortsteil Isselhorst entstehen. Unter der Adresse: „In den Braken 39“ hat sie einen Wirkkreis eingerichtet, der es ihr sogar erlaubt, Interessierten ein möbliertes Wohnen in kreativer Umgebung anzubieten. Nicht nur die Innenarchitektur ist ein Steckenpferd der Absolventin der ‚Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft‘ in Alfter bei Bonn, die im Übrigen die Eis- und Kaffeetheke der Firma Schenke im Bahnhof Gütersloh designt hat. Birthe Stumpenhausen ist auch eine ausgebildete Kunsttherapeutin, sie doziert an der heimischen Volkshochschule und betreut den Wertkreis, eine Dienst- und Hilfsorganisation für Menschen mit Handicap, und sie ist auch mit dem Atelier auf dem ökologischen Kiebitzhof vernetzt.

Nach dem Tod ihrer Mutter Gisela, die als Schneidermeisterin ihren Lebensmittelpunkt in Syke bei Bremen hatte, erspähte Tochter Birthe im kreativen Schaffen der beiden, dass zwei unterschiedliche Personen zusammenkommen und eine Verbindung fürs Leben schaffen. „Sogar beim Hängen der Bilder habe ich gespürt, dass wir uns immer wieder begegnen“, erklärt die nächste Generation, die Parallelen feststellt, aber den schöpferischen Ausdruck durchaus anders definiert. Bei der generationsübergreifenden Exhibition im Trauzimmer steht die Verwendung von Farben und Formen im Vordergrund. Der Quilt, eine textile Handarbeitstechnik, war bereits im Altertum in Ägypten weit verbreitet und gelangte über Indien im 17. Jahrhundert nach England. Durch die Auswanderungswelle im 19. Jahrhundert wanderte die Stepptechnik von Europa nach Nordamerika. „Eine heiratsfähige Frau sollte damals 13 handgenähte Quilt-Bettdecken besitzen“, bestätigte Birthe Stumpenhausen, die den Revival-Hype, der in den 1970er-Jahren ganz Europa erfasste und ihre Mutter zu sichtbaren Pionier- und Meisterleistungen antrieb, die neomodern entwickelte Sprache des Patchworks.

Vergangene Ausstellungen

2006: Karin Puce

2007: Katharina Wolf

2008: Anita Mund, Monika Geißler (Gütersloh)

2009: Dirk Frankrone, Detlef Franke

2010: Wilfried Weihrauch

2011: Kriemhild Randt, Katharina Wolf

2012: Pedro Barrocal, Serpil Neuhaus

2013: Wolfgang Meluhn

2014: Doris Kretschmer

2015:  Monika Eckholt

2016: Maren Sagemüller, Lore Liebelt

2017: Karin Wolf, Christel Grundke

2018: Heinz Schößler, Gisela Dziock

2019: Steffi Scharf

2020: Steffi Scharf

2021: Birthe Stumpenhausen, Gisela Stumpenhausen

2022: Katrin Boidol

2023: Peter Woitschikowski

 

Hi, ich bin Kulturi!
am Sonntag, 25.8. ist das Kinderkulturfest Donnerlüttken am und im Theater – sehen wir uns dort? Für mehr Infos klicke mich einfach an.

Kulturi Comicfigur
— zum Seitenanfang